Mit 559.719 Besitzumschreibungen liegt der Juni 12 Prozent unter dem Vormonat. Kumuliert liegen die Zahlen 0.6 Prozent unter Vorjahr.

Die erste Hälfte des Jahres 2019 ist vorbei, und die Zahlen auf dem Automobilmarkt zeigen nach fünf Monaten Wachstum nun im Juni einen Knick: 559.719 Einheiten bedeuten 12 Prozent weniger als im Vormonat und 9,3 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Unter 600.000 Einheiten im Juni hatten wir zuletzt im Jahr 2014. Der Gebrauchtwagenmarkt liegt demnach kumuliert mit 3.612.698 Einheiten 0,6 Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Die Konjunktur in Deutschland ist zwar weiterhin robust, aber die privaten Automobilkäufer haben sich sowohl auf dem Neu- als auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt stark zurückgehalten.

Insgesamt – so zeigen es die Zahlen, die für das DAT Diesel-Barometer erhoben wurden – scheint immerhin die Diesel-Diskussion an Schärfe verloren zu haben. Die Vermarktung von Diesel-Gebrauchtwagen über andere Kanäle ist im Vergleich zu den vorigen Befragungen leicht angestiegen: 64 Prozent der Händler gaben an, ihre Diesel-Gebrauchtwagen über Auktionen, andere Händler oder weitere sog. B2B-Kanäle zu vermarkten. 42 Prozent der Händler bestätigten, sie würden häufiger von Händlern aus dem Ausland kontaktiert, die Diesel-Pkw abkaufen. Dieser Anteil ist von vormals 32 Prozent (Nov. 2018) auf jetzt 42 Prozent angestiegen. Diese Prozesse haben sich offensichtlich eingespielt und helfen, die Bestände der Händler zu bereinigen. Dies zeigt sich auch an den Standtagen: Im Mai dauerte es bei Diesel-Gebrauchtwagen bundesweit durchschnittlich 95 Tage vom Ankauf bis zum Verkauf. Die Kosten pro Diesel-Pkw und Tag liegen aktuell bei 27 Euro.

Ebenfalls etwas entspannter ist das Thema rund um die Euro-5-Diesel. Derzeit sind 19 Prozent des aktuellen Diesel-Gebrauchtwagenbestandes beim Handel noch mit Euro-5-Motoren ausgestattet. Von allen Diesel-Pkw, die noch in Finanzierungs- oder Leasingverträgen sind und nach deren Ablauf wieder zum Handel zurückkommen, erwarten die Händler etwa einen Anteil mit Euro-5-Motoren von 18 Prozent. Auch dies ist ein leichter Rückgang gegenüber November 2018 (Bestand: 22 Prozent, erwartete Rückläufer: 23 Prozent).

Im Zuge der letzten Monate scheint auch die Diesel-Skepsis beim Handel zurückgegangen zu sein. Die Aussage „Ich glaube, dass die Bedeutung des Dieselmotors im Vergleich zum Benzinmotor in Zukunft abnehmen wird“ bestätigten im Mai 2017 noch 63 Prozent der Händler. Bei der Befragung im April 2018 lag dieser Wert noch bei 57 Prozent, aktuell bei 36 Prozent.